Reisebericht vom Klettern und Tandemfahren in Korsika
20.Mai bis 15.Juni 2023
Auf dem schnellsten Weg fuhren wir in 6 Stunden über Gotthard, Mailand und Genua nach Savona. Auf der letzten Autobahnraststätte vor Savona verbrachten wir eine angenehme Nacht in unserem Büssli um dann um 6 Uhr früh beim Check-in der Corsica Ferries zu sein.
Nach 7 Stunden Fahrt, welche wir in einer Kabine mit Bullauge und Doppelbett verbrachten, hiess es in Bastia Bonjour la Corse. Über den Col de Teghime fuhren wir nach St-Florent, wo wir uns auf dem sehr angenehmen und preisgünstigen Campingplatz d’Olzo für 4 Nächte einrichteten.
Unser Kletterführer «Falaises de Corse» beinhaltet 2700 Kletterrouten in 87 Gebieten, dann mal los mit Klettern. :-) Auf der Serra di Pignu im Klettergarten Les Antennes genossen wir nicht nur den herrlichen Kalkfelsen, sondern auch die gewaltige Aussicht auf Bastia und den Nordzipfel von Korsika. Auch unsere erste Tandemtour im Hinterland von St-Florent hinauf zur Kirche San Michele begeisterte uns sehr.

Weitere Highlights in St-Florent waren der kleine Klettergarten U Tipponu, der malerische Hafen und das einheimische Bier «La Corsina». Auf der Weiterfahrt nach Ile Rousse machten wir einen Abstecher zu den Kletterfelsen von Pietralba. Der Genuss im genialen Kalkfelsen wurde nach 3 Routen abrupt beendet. Das spezielle korsische Wetter mit den häufigen Gewittern im Süden brachte zur Abwechslung mal einen Regenguss bis in den Norden.
Ile Rousse begeisterte uns mit dem gut gelegenen Campingplatz Les Oliviers, der malerischen Strandpromenade und der «roten Insel» welche wegen Bauarbeiten leider gesperrt war und daher nur von weitem bestaunt werden konnte. Im Klettergebiet I Curriali machten wir erstmals Bekanntschaft mit dem herrlichen, korsischen Granit und auf dem Tandem fuhren wir 2 Touren mit super viel Aussicht, sei es auf der Höhenstrasse ab Belgodère, oder vom hoch gelegenen Sant´Antonino.

Nun ging die Reise südwärts nach Porto. Unterwegs kletterten wir bei Suare erstmals die eindrücklichen, mächtigen Granitformationen, genannt Tafoni. Porto war für uns der schönste Ort auf Korsika, hier passte alles. Ein schattiger Campingplatz, herrliche Granitfelsen am Sandstrand, ein super malerisches Dörfchen und eine wunderschön gelegene Bar mit coolen Drinks.
In Ajaccio, der grössten Stadt auf Korsika, verbrachten wir 3 Nächte auf dem Campingplatz Barbicaja. Der nahe Sandstrand, die Felsen von «La Chocolaterie» im Klettergebiet Saint-Antoine und die Aussicht an der Punta de la Parata trösteten uns über das Verkehrs- und Touristenchaos in Ajaccio, welches uns gar nicht gefallen hat.

Dann ging es ab ins Gebirge. Am Col de la Tana verscheuchte uns ein weiterer Regenguss nach nur einer Route aus dem für uns landschaftlich wohl schönsten Klettergebiet von Korsika. Nach einer Tandemtour durch die grüne Landschaft rund um Zonza besuchten wir nun Bavella, das bekannteste Klettergebiet der Insel. Auch hier nervte uns der Regen, oder auch nicht: Für uns hatte es hier viel zu viele Kletterer, dank dem Regen flüchteten wir wieder in unsere viel mehr geliebte Einsamkeit.
In den Klettergebieten Sari und Chisa waren wir dann ganz alleine und auch der Regen machte mal eine Pause.

Nun ging es ins Zentrum von Korsika, nach Corte. Per Tandem erkundeten wir die vielen Klettergebiete im Tal von Restonica, neben Bavella der zweite Kletter-Hotspot auf Korsika. Im Klettergebiet von Capuralino kletterten wir wieder mal im Kalk und schon ging es zum Abschluss unserer Korsika Reise wieder in den Norden.
Auf dem Campingplatz A Casaiola in Marina de Sisco verbrachten wir die letzten 3 Nächte, kletterten im speziellen Schiefergestein von E Torre und per Tandem besuchten wir den Nordzipfel von Korsika mit der schönen Ortschaft Macinaccio und der Moulin Matei auf dem Col de la Serra.

Mit der Nachtfähre ging es in 11 Stunden von Bastia wieder zurück nach Savona und auf schnellstem Weg zurück in die Schweiz. Zuerst aber zum Camping Ewil am Sarner See da Andrea in Sarnen einen eintägigen Kurs über das Arbeitsgesetz besuchen durfte. Beladen mit vielen großartigen Erinnerungen und neuen Ideen für die nächsten Korsika Ferien ging es dann zurück nach Schaffhausen.