Reisebericht vom United Kingdom
(England / Wales / Schottland)
19.Mai bis 06.Juni 2008
Die Idee zu dieser Motorradtour kam uns während unserer Schottlandreise per Tandem im Herbst 2007.
Wie schön müsste es doch sein die teilweise heftigen Steigungen auf den schmalen und kurvigen Strassen mit einer
kleinen Handgelenkbewegung hochzufliegen.In 2 Tagen fuhren wir die 800km entlang der Nordostgrenze Frankreichs nach Calais. Hier buchten wir die Fähre nach Dover und übernachteten gratis auf dem Camping Municipal! Weder abends bei der Ankunft, noch morgens bei der Abfahrt war die Reception besetzt und warten konnten wir auch nicht, da wir ja pünktlich am Fährhafen sein mussten. Hier zeigten uns die Franzosen dann gleich zum zweiten Mal dass sie das Wort "Arbeit" nicht so ganz verstehen: Die Hafenarbeiter von Calais streikten und wir mussten weiterfahren zum Eurotunnel und durften mit unserem Fährticket ohne Aufpreis die Bahn benutzen. Dreimal schneller zu einem Drittel des Preises, die Franzosen dürfen noch öfters streiken!!!

Bei der Ankunft in Folkestone erwartete uns wunderschönes Wetter und wir fuhren auf direktem Weg nach Exeter im Südwesten Englands. Von hier aus besuchten wir das berühmte "Land's End". Dort gabs zum Lunch "Steak Pie" und da wir so verhungert aussahen bekamen wir gleich "two for one".
Auf der Weiterfahrt nach Norden durchquerten wir ganz Wales um dann in Preston zum "afternoon tea" einen Besuch bei Bekannten zu machen.
Etwas weiter nördlich, in Burton in Kendal besuchten wir ein Skilehrerpaar, welches während der Wintersaison jeweils in Wengen arbeitet. Hier durften wir für 3 Nächte bleiben, eine schöne Abwechslung zu den Nächten im Zelt. Die Motorradtouren führten uns hier durch den bekannten "Lake District" und durch die "Yorkshire Dales".

Weiter gings nun zügig nordwärts zu unserem eigentlichen Reisziel Schottland. Über Fort William gelangten wir nach Aviemore, dem bekanntesten Wintersportort auf der Insel. Hier übernachteten wir 2mal bei Robin Rigby, den wir über den Hospitality Club im Internet kennengelernt haben. Der Besuch des Skigebietes in den Cairngorm Mountains war natürlich Pflicht und auch in Sachen Shopping hatte Aviemore einiges zu bieten.
Für die nächsten 5 Tage bewegten wir uns auf den Spuren unserer Tandemtour vom Vorjahr. Erst jetzt auf dem Motorrad wurde uns so richtig bewusst wie viele Steigungen wir uns da hochgekämpft haben. Von der wunderschönen Landschaft bekommt man jedoch auf dem Velo viel mehr mit als auf dem Motorrad, traumhaft schön ist aber beides.

Auf dem Camping in Torridon machten wir erstmals die Bekanntschaft mit einer "Midges - Invasion". Diese Mückenart liebt feuchtes Wetter und wenig Wind, beissen tun übrigens wie bei fast allen Mücken nur die weiblichen Tiere! An diesem Morgen kamen sie in Millionen-Schwärmen, das Atmen fiel sogar schwer und noch mehrere Stunden später hatten wir diese Biester zwischen den Zähnen.
Als Entschädigung für diese Qual kurvten wir bei schönstem Wetter entlang der traumhaft schönen Nordküste von Schottland nach John o' Groats und besuchten wie schon mit dem Tandem den Dunnet Head, the most northerly point of mainland britain.

Auf dem Campingplatz wurden wir von einem netten deutschen Ehepaar zu Kaffe und Suppe eingeladen, wir haben sicher einen sehr durchgefrorenen Eindruck gemacht!!!
Auf der Weiterfahrt nach Süden liessen wir Inverness rechts liegen und fuhren gleich weiter in die Grampian Mountains nach Braemar. Hier suchten wir die diebische Ente welche uns letztes Jahr das Brot vom Sandwich geklaut hat.

Nun gings zügig weiter südwärts in Richtung Newcastle von wo wir die Fähre nach Amsterdam gebucht haben. Und nachdem wir bis jetzt abgesehen von der teils eisigen Kälte viel Wetterglück gehabt haben holten uns nun für die letzten 120km alle Regentropfen ein!!! Klatschnass erreichten wir den Fährhafen und konnten gleich an Bord gehen um uns der unangenehmen Kleidung zu entledigen welche nun 16 Stunden Zeit hatte um wieder trocken zu werden.
In den Niederlanden besuchten wir unsere Freunde Ruud und Jessica, blieben dort eine Nacht um dann über Belgien, Luxemburg, Frankreich und Deutschland die letzten 800km nach Hause zu fahren.
Wir fuhren 5690 km weit
mit unserer Yamaha Fazer 600.
Wir übernachteten 11x im Zelt,
6x bei Freunden und 1x auf der Fähre.

von England, Wales und Schottland?