Reisebericht von der Tandemtour rund um Südfrankreich
13.Mai-03.Juli 2025
Am 13.Mai starten wir in Schaffhausen und radeln auf direktem Weg nach Mülligen. Hier gibt es wie schon im 2023 einen gemütlichen Grillabend bei Marcel, Berit und Nele. Entlang der Aare geht’s durch Aarau, Olten und Solothurn bis nach Staad bei Grenchen. Auf dem Camping Strausak können wir uns wieder an das Leben im Zelt angewöhnen.
In Hagneck verlassen wir die Aare und ab Lüscherz radeln wir mit Veloguide Karin nach Ins. Erneut werden wir verwöhnt mit feinem Fleisch von Grillmeister Stefu, dazu ein superguter Wein: Ein perfekter Start in unsere Tour de France. Über Neuenburg und Yverdon fahren wir entlang der Veloroute 5 bis nach Morges am Genfersee. Weiter auf den uns schon bestens bekannten Radwegen vorbei am Schloss Rolle bis zum Jet d’Eau in Genf.

Hier beginnt die Via Rhôna, 700km bis ans Mittelmeer warten auf uns. Der Start ist ziemlich anstrengend: Holprige und superschmale Abschnitte, dazu grosse Steigungen zwischen Vulbens und Seyssel. Auch der erneute Lärm am Tandem beim Treten ist sehr nervig. Ab Chanaz sind die Radwege dann perfekt, eingebettet in eine sehr schöne Landschaft. Der Lärm aber immer störender, ein Velomechaniker muss her. Per Internet finden wir dann Yannick Vericel mit seinem Atelier à Velo. In Meyzieu kurz vor Lyon zeigt uns eine kurze Rundtour um den Grand Parc die Schönheit von Lyon’s Naherholungsgebiet und unser Tandem erhält ein neues Tretlager.
Die Freude über ein lärmfreies Fahren währt dann aber nur kurz, der Lärm ist immer noch da, wenn wir nur wüssten woher? Da Yannick als Kanuguide ebenfalls auf dem Camping in St.Pierre de Bœuf war, gab es nun einen kompletten Service vom Hinterrad. Bei der Demontage der Kassette zerlegte sich der Freilauf in seine Einzelteile, zum Glück hatten wir den Profi mit dabei.

Über viele Brücken, mal links, mal rechts der Rhône ging es weiter südwärts bis nach Avignon, nun endlich ohne Lärm. Sur le Pont waren wir zwar nicht, aber die Fotos von der berühmten Brücke gelangen uns hervorragend. Dazu gab es ein Bierchen in der schönen Altstadt und abends eine gute Pizza mit Wein im Campingrestaurant. Avignon ist definitiv eine Reise wert.
In Le Grau du Roi erreichen wir das Mittelmeer, entlang der Küste geht es nach Sète, viele Dämme mit Wasser links und rechts, umrahmt von unzähligen Flamingos. In Portiragnes beginnt der bekannte Canal du Midi, unzählige Boote bezeugen die Schönheit des Kanals. Die 9 Treppenschleusen von Fonseranes bei Béziers sind sehr imposant, unglaublich was die Ingenieure und Bauarbeiter damals für eine Arbeit leisteten.
Vorbei an der imposanten Festung von Carcassonne führt der Canal du Midi vom Mittelmeer über 260km mit 60 Schleusen nach Toulouse. Fast durchwegs auf Schotter, teilweise schmal, holprig und sehr staubig. Entlang dem Canal Latéral à la Garonne geht es dann auf perfekten Radwegen über 196km mit 53 Schleusen in Richtung Bordeaux. Sehr imposant ist dabei die 580m lange Kanalbrücke von Agen. Die letzten 50km führt ein genialer Radweg entlang einem stillgelegten Bahngeleise in die Hauptstadt des Weines.

In Royan erreichen wir den Atlantik und in Saint Palais sur Mer gönnen wir uns einen Ruhetag. Hier hat Toni im 1998 mit seiner Familie mal Strandferien gemacht. Weiter geht es zum Phare de la Coubre bei Palmyre, einem sehr imposanten, 64m hohen Leuchtturm. Nun durch dichten Wald entlang der Côté Sauvage bis nach Ronce les Bains und weiter nach La Rochelle. Sehr beeindruckend unterwegs war die Schwebefähre in Rochefort und die Strandpromenade von Châtelaillon Plage. Auch La Rochelle ist wunderschön, hier fühlt man sich auf dem Fahrrad sehr willkommen und die Stadt ist definitiv eine Reise wert.
Über die 3km lange Brücke geht es auf die 32km lange Ile de Ré. Eine traumhafte Insel mit vielen Radwegen und tausenden Radfahrern führen zum Phare des Baleines. Wir bleiben 3 Nächte auf dem Camping Les Maraises in Saint Martin de Ré. Dies wegen der superschönen Insel, dem coolen Campingpool und auch wegen Toni’s Achillessehne, welche seit Tagen ziemlich entzündet ist.
Vorbei an den langen, schönen Sandstränden von Les Sables d'Olonne ging es weiter nordwärts zur Île de Noirmoutier. Diese Insel erreicht man über eine Brücke oder bei Ebbe über die Passage du Gois. Auch hier gibt es viele schöne Radwege.

Auf der Weiterfahrt gefiel uns besonders das Städtchen Pornic, die Strandpromenade von Saint Brevin und die imposante Brücke von Saint Nazaire. Die Hin- und Rückfahrt im dichten Verkehr war aber weniger spassig und ist für Radfahrer definitiv nicht empfehlenswert. Nach 2500km sind wir in der supercoolen Stadt Nantes angekommen. Viel Kunst und Architektur sowie geniale Radwege sind zum Geniessen.
La Loire, wunderschöne Flusslandschaften, prachtvolle Schlösser, imposante Kanalbrücken, 700km coole Radwege zwischen Nantes und Nevers erwarten uns nun. Besonders schön war Schloss Saumur, das Städtchen Amboise, Schloss Sully und die Kanalbrücken von Briare und Cuffy. Teilweise stiegen die Temperaturen dabei auf 38 Grad, eine richtige Abkühlung war sehr wichtig.
Entlang des Canal Latéral à la Loire, dem Canal du Centre, der Saône und des Doubs fuhren wir nach Besançon. Wiederum beindruckten die imposanten Kanalbrücken und Kanaltunnels. In Besançon gönnten wir uns zum Geburtstag von Andrea ein Hotel, gutes Essen und einen coolen Pool.
Am Canal du Rhône au Rhin bestaunten wir die Treppenschleusen hinunter ins Elsass und all die Jungstörche bei der Flugschule. Wiederum wurde es richtig heiss und nach den sehr vielen Hitzetagen mit bis zu 38 Grad freuten wir uns sehr auf einzelne Regentropfen kurz vor Schaffhausen. Auf der ganzen Reise hatten wir ja nur 5 Stunden Regen.

Wir übernachteten 2x bei Freunden, 3x im Hotel, 46x im Zelt
Total stehen wir nun schon bei 532 Zeltübernachtungen
Wir radelten in 52 Tagen 3761km weit
Total stehen wir nun schon bei 61’630 Tandemkilometer