Reisebericht vom Klettern in Spanien
26.September bis 12.Oktober 2022
Immer noch gibt es Klettergebiete in unserem Kletterführer „Roca España“ welche wir noch nicht besucht haben. Um dies zu ändern starteten wir unsere Kletterreise erneut im Westen der Pyrenäen.
Durch den Tunel de Bielsa fuhren wir nach Bielsa. Der dortige Klettergarten konnte uns nicht für einen Besuch überzeugen, zumal es in der Nacht noch leicht geregnet hatte. Dafür hat Bielsa einen netten kleinen Campingplatz. Für eine warme Dusche und das Auffüllen der Wasservorräte gerade richtig.Das erste richtige Kletterziel befand sich in Ligüerre de Cinca am Stausee de Mediano. Der Kletterfels oberhalb des zurzeit nur halb gefüllten Stausees war für die ersten zwei Klettertage genau richtig. Viele Routen zwischen 5b und 6a in bester Felsqualität und super Absicherung, das ist Plaisirklettern. Auch das «wilde Camp» entsprach genau unseren Vorstellungen. Nun ging es ins Klettergebiet Olvena, welches wir schon bestens kannten. Da es immer noch recht kühl war, genau richtig. In Olvena verbrennt man sich nämlich die Finger am Felsen, wenn es zu warm ist.

Zudem hat Olvena einen perfekten Platz zum wilden Campen. Nach zwei coolen Klettertagen besuchten wir noch den Mirador de Olvena. Durch ultraschmale Strassen und einer kurzen Wanderung gelangten wir zum eindrücklichen Aussichtspunkt über der imposanten Schlucht des Rio Ésera.
Nach einem Grosseinkauf in Barbastro, klettern gibt eben auch Hunger, fuhren wir nach Alquézar. Die schönste Ortschaft in der Sierra de Guara überraschte uns mit unzähligen Touristen. Die mächtigen, überhängenden Kletterrouten liegen alle südseitig in der heissen spanischen Sonne, daher waren wir die einzigen Kletterer.

Wir haben die Routen gratis vom Wanderweg aus besichtigt, nur die Touristen müssen für den Weg bezahlen. Zum Glück schauen die leichten Routen nach Westen, so gibt es vormittags den für Toni so wichtigen Schatten.
Eine lange und kurvige Anfahrt führte uns nun nach Rodellar. Dieses Klettergebiet ist weltbekannt und bietet eine riesige Anzahl Routen im oberen Schwierigkeitsbereich. Da immer irgendein Sektor im Schatten liegt, kann man hier fast das ganze Jahr über Klettern. Auch bei Regen kein Problem, die Routen sind teilweise mächtig überhängend. Leider sind die wenigen leichteren Routen schon stark abgespeckt und man hat durch die sehr grosse Anzahl Kletterer fast keinen Felsen für sich alleine. Da es auch auf dem Camping recht laut war zog es uns nach zwei Tagen wieder in die Einsamkeit.
Nach einem Blitzshopping in Huesca, Sportgeschäft Barrabes und Supermarkt Mercadona, fanden wir die Einsamkeit im Klettergebiet von Vadiello. Inmitten einer klettertauglichen Geissenherde fanden wir einen coolen Platz zum wilden Campen, auch wenn die Geissen die ganze Nacht Steine gelöst haben bei ihrer Suche nach Grünzeug. Die Kletterei in Vadiello ist durch das Konglomerat Gestein recht speziell und die Landschaft rund um den Stausee ist wunderschön.

Nach zwei Tagen fuhren wir weiter nach Benabarre zu unserem Traumklettergarten den wir im 2021 erstmals besucht haben. Der Fels hängt leicht über und ist wunderbar griffig. Auch der so wichtige Schatten am Einstieg ist für Toni vorhanden. Nun besuchten wir erstmals das Klettergebiet Abella de la Conca. Die weit auseinander liegenden Kletterfelsen und vor allem das Fehlen eines guten Platzes zum wild campen motivierten uns zur sofortigen Weiterfahrt.
Zum Abschluss unserer Kletterferien besuchten wir das von uns bestens bekannte Klettergebiet Perles. Die Kalkfelsen von Perles sind von einer unglaublich genialen Struktur mit kleinen Leisten und Löchern. Die Routenauswahl in allen Schwierigkeitsgraden riesengross. Zudem gibt es am Riu de Perles für uns den besten Platz zum wilden Campen. Drei Tage klettern und noch lange nicht alle Routen in unseren Schwierigkeitsgraden geklettert. Perles, wir lieben dich.

Da unsere Haut an den Fingern nach so vielen Routen nur noch knapp vorhanden war hiess es auch dieses Mal wieder «Go Home» Wir machten erneut einen Stopp in Andorra. Das Preisniveau im Zollfreigebiet ist ja bekanntlich sehr gut und die Auswahl an Geschäften gigantisch gross.
Auf der Rückreise durch Frankreich erlebten wir dann noch einen kleinen Benzinschock. Durch einen Streik bekam das ganze Land kein Benzin mehr, viele Tankstellen waren geschlossen und die Preise explodierten. In Mende bezahlten wir auf der Hinreise 1.35 Euro, auf der Rückreise 2.12 Euro, immerhin hatten wir das Glück nach einer halben Stunde Wartezeit, überhaupt Benzin zu bekommen.