Reisebericht von unserer Tandemtour
rund um die Schweiz 02.-16.Juni 2021
Da wegen Corona unsere Australienreise erneut ins Wasser fiel, bot sich nun endlich die Gelegenheit für eine Tour de Suisse. Schon mehrmals planten wir «Rhein hinauf, Aare runter», diesmal sollte es aber gleich ganz rundherum gehen.Entlang dem Rhein nach Basel, über den Jura an den Genfersee, entlang der Rhône nach Andermatt und zurück nach Schaffhausen entlang dem Rhein. Da wir auf dem Campingplatz in Waldshut-Tiengen ohne negativen Corona Test nicht übernachten durften, führte uns die erste Etappe «nur» bis nach Bad Zurzach. Am zweiten Tag machten wir unterwegs einen Besuch in Rheinfelden bei einem ehemaligen Arbeits-kollegen von Toni und fuhren noch weiter bis zum Camping in Reinach.
Nun begannen die teilweise happigen Steigungen hoch in den Jura. Über den Challpass und den Col de la Croix fuhren wir in das malerische Dorf Saint-Ursanne. Nach einem nächtlichen Starkregen fuhren wir bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit steil hinauf nach Saignelégier, ein kaltes und anstrengendes Vergnügen. :-)
Vorbei an vielen Pferdeherden, immer möglichst den Höhenlinien folgend, ging es dann vorbei an La Chaux-de-Fonds bis hinunter ins Val de Travers nach Fleurier. Den Camping dort und das angeschlossene Restaurant können wir nur bestens empfehlen. :-) Die Abfahrt ins Val de Travers erinnerte uns auch an den grossen Verschleiss von Bremsbelägen bei all den steilen Abfahrten mit dem vollbeladenen Tandem. Neue Beläge mussten dringend montiert werden.

Die Aufstiege nach La Côte-aux-Fées und den Col de L’Aiguillon sowie die steile Abfahrt hinunter nach Baulmes stellte Muskulatur und Bremsbeläge weiter auf die Probe. :-) Im Aufstieg von Vallorbe zum Lac de Joux mussten wir das Tandem sogar schieben, das kommt bei uns sonst fast nie vor. Aber die 5 Berner Jungs, welche die gleiche Tour ab Fleurier machten, waren trotzdem sehr erstaunt ab unserer Leistung. Denn sie mussten ihre Räder ebenfalls schieben und kamen nach uns auf dem Camping an.
Die folgende Etappe war die schönste im Jura: Der Aufstieg von Le Brassus bis kurz vor den Col de Marchairuz und die Hochebene von Bassine sind landschaftlich der Hammer. Und wieder konnten wir die 5 Berner Jungs beeindrucken: Eine grosse Kuhherde versperrte die Strasse und keiner der Jungs hatte den Mut da durch zu fahren. :-) Unser Tandem hat dann so richtig Platz gemacht.
Nun folgte die lange Abfahrt hinunter zum Genfersee nach Rolle. Hier besuchten wir die ehemalige Sprachschule von Andrea (Le Courtil) und auf dem Camping in Rolle fanden wir eine schöne Zeltwiese und genossen die Abkühlung im noch recht kalten See. Vorbei an den schön gelegenen Orten Saint-Prex und Morges sowie all den imposanten Weingebieten fuhren wir nach Clarens bei Montreux. Hier hat Andrea in jungen Jahren 3 Monate im Coiffeursalon Helen gearbeitet. Welch eine Überraschung und Riesenfreude für Helen nach 30 Jahren Andrea wieder zu sehen.

Kurz darauf war der Genfersee auch schon zu Ende und der dritte Teil unserer Tour de Suisse konnte beginnen: Die Rhône. Nach einer Nacht auf dem Camping du Bois Noir bei Saint-Maurice fuhren wir zügig das Unterwallis hinauf. In Leuk dann ein richtiges Highlight: Die richtige Tour de Suisse hat uns überholt, der Speed der Radrennfahrer ist wirklich beeindruckend.
Nach einer weiteren Nacht auf dem Camping Simplonblick in Raron folgte schon bald darauf das Oberwallis und ab Mörel ging es wieder sehr steil bergauf. Vorbei an Grengiols und der Römerbrücke folgten wir dem eigentlich wegen Holzschlag gesperrten Wanderweg mit Schiebestrecken bis nach Ausserbinn. Nun etwas weniger steil und landschaftlich sehr lohnend bis zum Camping Brigga in Ritzingen.
Da der Furkapass noch immer Wintersperre hatte, mussten wir von Oberwald bis Realp das Tandem verladen. Leider geht das nicht mehr mit dem Autoverlad, wir mussten das Tandem sehr umständlich durch die Treppen Unterführung und die schmale Zug Türe in das Abteil hineintragen. Zudem machte der Zugbegleiter noch ein kleines Drama, weil wir den Spezialtransport nicht online im Voraus gebucht haben. :-( Wie schon mal in Österreich wird auch in der Schweiz der Tandemtransport nicht gerne gesehen, aber immer noch besser als in Schottland: Dort werden Tandems gar nicht transportiert!
In Andermatt waren wir wieder mittendrin in der richtigen Tour de Suisse. Das Bergzeitfahren von Sedrun über den Oberalppass nach Andermatt konnten wir vor Ort miterleben. Die Zielgerade befand sich unmittelbar neben dem Campingplatz, sehr interessant das ganze Drumherum so nah zu sehen.
Dann ging es für uns das letzte Mal so richtig bergauf zum Oberalppass. Die Steigung dort ist aber sehr moderat und im Gegensatz zu den steilen Jurastrassen konnten wir die Bergfahrt so richtig geniessen. Bei einem feinen Mittagessen (Capuns) in Sedrun überholten uns die Rennfahrer ein letztes Mal. Sie mussten wieder hoch zum Lukmanierpass, wir durften Rheinabwärts radeln und ab Ilanz die schönen Landschaften rund um Versam und der Rheinschlucht geniessen. :-)

Ab Bonaduz ging es ganz gemütlich durch das Rheintal bis nach St.Margrethen. Unterwegs in Zizzers trafen wir auf dem Radweg zufällig Hannes, der hier auch gleich zuhause ist und in Buchs auf dem Campingplatz machten Silvia & Batik einen Überraschungsbesuch. Nun folgte der von uns bestens bekannte und schon oft gefahrene Radweg entlang dem Bodensee nach Schaffhausen. Zu Hause angekommen hiess es sofort duschen und Kleider wechseln, die erste Coronaimpfung stand auf dem Programm.